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Wichtige Planungshinweise

EnEV - Stichpunkt Wohnungslüftung

Die folgenden Informationen beziehen sich auf mechanisch betriebene Lüftungsanlagen, Anforderungen an diese und Berücksichtigung im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Wir haben diese Infos und das naheliegende Umfeld zum besseren Überblick für Sie zusammengestellt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Irrtümer vorbehalten). Den Gesamtkontext und Details entnehmen Sie bitte der EnEV, der DIN V 4108-6, DIN 1946-6, DIN 18017-3 und der DIN V 4701-10 (Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen).

 Die Energieeinsparverordnung (EnEV) begrenzt bei Gebäuden mit normalen Innentemperaturen den Jahres-Primärenergiebedarf QP eines Gebäudes. Zur Bestimmung des Jahres-Primärenergiebedarfs müssen der Jahres-Nutzwärmebedarf des Gebäudes (Heizwärmebedarf Qh und Trinkwasserwärmebedarf Qtw) und die Aufwandszahl der Anlagentechnik ep bekannt sein (QP= (Qh + Qtw) x ep, siehe auch nachfolgend ...methodischen Hinweise ... DIN V 4701-10: 2001-02)).

 

Voraussetzungen für die Anrechnung mechanisch betriebener Lüftungsanlagen...

Im Rahmen der Berechnung von Werten zur Errichtung von Gebäuden ist bei mechanischen Lüftungsanlagen die Anrechnung der Wärmerückgewinnung oder einer regelungstechnisch verminderten Luftwechselrate nur zulässig, wenn:

a) die Dichtheit des Gebäudes ... nachgewiesen wird (Blower Door-Test)

b) in der Lüftungsanlage die Zuluft nicht unter Einsatz von elektrischer oder aus fossilen Brennstoffen gewonnener Energie gekühlt wird und

c) der mit Hilfe der Anlage erreichte Luftwechsel...(dem Punkt Mindestluftwechsel) genügt

Dichtheit

Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet ist...

 

Nachweis der Dichtheit des gesamten Gebäudes

Wird eine Überprüfung der Anforderungen durchgeführt, so darf der nach DIN EN 13 829 : 2001-02 bei einer Druckdifferenz zwischen Innen und Außen von 50 Pa gemessene Volumenstrom  bezogen auf das beheizte Luftvolumen- bei Gebäuden...

 -         mit raumlufttechnischen Anlagen 1,5 1/h nicht überschreiten.

 

Das "Blower-Door"-Verfahren

Für die Anrechnung von Kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung im Rahmen der Ermittlung des Jahresheizwärmebedarfes nach EnEV ist der Nachweis der Luftdichtheit zu führen.

Was ist nun genau unter dem "Blower-Door"-Verfahren zu verstehen ?

Mit diesem Verfahren kann der Nachweis der Luftdichtheit von Wohngebäuden geführt und Schwachstellen entdeckt werden. Zur exakten "Blower-Door"-Messung werden alle Räume im Gebäude geöffnet. Anschließend müssen alle möglichen Öffnungen nach außen geschlossen werden, wonach die Eingangstür mit der sogenannten ? Blower-Door? verschlossen wird. Nun wird über einen vorgegebenen Zeitraum ein Luftstrom in das Gebäude gedrückt oder abgesaugt und ein Über- oder Unterdruck von 50 Pa gehalten. Über entsprechende Messsysteme werden die Messwerte erfasst. Die anschließende Auswertung gestattet eine detaillierte Aussage über die Luftdichtigkeit des Wohngebäudes. Überschreiten die Werte die vorgegebene DIN-Richtlinie (Zulässiger Luftwechsel: 1,5 1/h, siehe oben), wird eine Leckageortung mittels Thermografiekamera oder Luftströmungsmessgeräten durchgeführt. Auf diese Weise erhalten Sie eine exakte Auswertung über eventuelle Undichtigkeiten in der Gebäudehülle und den Ansatz für die Nachbesserung.

Prüfstellen (u.a. TÜV, Ingenieurbüros), die das "Blower-Door"-Verfahren in Ihrer Nähe anbieten oder Unterstützung geben, finden Sie über das zuständige Bauamt Ihrer Stadt oder Gemeinde bzw. im Internet unter dem Suchbegriff "Blower-Door".

 

Mindestluftwechsel

Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist. Werden dazu andere Lüftungseinrichtungen als Fenster verwendet, müssen diese nachfolgenden Kriterien entsprechen.

 Anforderungen an Lüftungseinrichtungen

Lüftungseinrichtungen in der Gebäudehülle müssen einstellbar und leicht regulierbar sein. Im geschlossenen Zustand müssen sie der nachfolgenden Tabelle genügen Soweit in anderen Rechtsvorschriften Anforderungen an die Lüftung gestellt werden, bleiben diese Vorschriften unberührt. Satz 1 ist nicht anzuwenden, wenn als Lüftungseinrichtungen selbsttätig regelnde Außenluftdurchlässe unter Verwendung einer geeigneten Führungsgröße eingesetzt werden.

 

Tabelle Klassen der Fugendurchlässigkeit...

 

Zeile

Anzahl der Vollgeschosse des Gebäudes

Klasse der Fugendurchlässigkeit nach DIN EN 12207-1: 2000-06

1

bis zu 2

2

2

mehr als 2

3

Die bei der Anrechnung der Wärmerückgewinnung anzusetzenden Kennwerte der Lüftungsanlagen sind nach anerkannten Regeln der Technik zu bestimmen oder den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der verwendeten Produkte zu entnehmen. Es kann entweder mit Standardwerten der DIN V 4701-10 oder mit spezifischen Produktwerten (aus der bauaufsichtlichen Zulassung) gerechnet werden. Lüftungsanlagen müssen mit Einrichtungen ausgestattet sein, die eine Beeinflussung der Luftvolumenströme jeder Nutzeinheit durch den Nutzer erlauben. Es muss sichergestellt sein, dass die aus der Abluft gewonnene Wärme vorrangig vor der vom Heizsystem bereitgestellten Wärme genutzt wird.

Zur Berücksichtigung von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind die methodischen Hinweise unter 4.1 der DIN 4701-10: 2001-02 zu beachten.

Als Heizperiode (tHP) gilt in der DIN V 4701-10 die Zeit, in der die Heizungs- oder auch eine eventuell vorhandene Lüftungsanlage zur Deckung des Normheizwärmebedarfs betrieben werden.

Der energetische Gewinn einer Lüftungsanlage wird in dieser Norm berechnet und in der Anlagenaufwandszahl ep berücksichtigt. Diese Norm geht in ihrer Energiebilanz davon aus, dass der Wärmerückgewinn einer Lüftungsanlage nicht im Jahresheizwärmebedarf berücksichtigt ist, sondern als Beitrag der Anlagentechnik (d.h. in DIN V 4108-6 ist hv = 0)

 

Vergleich WSVO 1995 und EnEV 2002

Änderungen und  Berücksichtigung Mechanischer Lüftungs-anlagen mit Wärmerückgewinnung

 

Einsatzbereich

15     60 m³/h (M-WRG-S)[optional bis 60 m³/h]
15  100 m³/h (-WRG-K)*

Wärmebereitstellungsgrad  ή WRG

 

 

Volumenstrombezogene elektrische Leistungsaufnahme der Ventilatoren

pel,vent W/(m³/h)

 

Stufe 1 (15 m³/h)      Stufe 2 bzw. 3* (30m³/h)   Stufe 3 bzw. 6* (60 m³/h)

 0,76                  0,73              0,71 

 

 

 0,25                   0,17              0,20

 

Wärmeübertrager

Bauart

Material

 

Kreuzstrom

Aluminium

Ventilatoren

DC

 

 

Korrekturfaktor ή WRG

Werte bedürfen keiner weiteren Korrektur!

Korrekturfaktor Lüftungswärmegewinne fg

0,92

Lüftungsbeitrag zur Jahresheizarbeit

16,54 kWh/m²a

(bei nA= 0,4 1/h, raumbezogen, 20 m³/h **)

Hilfsenergiebedarf

0,98 kWh/m²a

(bei nA= 0,4 1/h, raumbezogen, 20 m³/h **)

Element-Normschallpegeldifferenz

Unterputz/ Aufputz D n,e,w

 

50 dB

 
** Dauerlüftungsstufe
 
Nähere technische Informationen finden Sie unter Abschnitt 10 "Zulassungen" in der Bauaufsichtlichen Zulassung M-WRG.
Berechnungsbeispiel (Daten vorbehaltlich der TÜV-Prüfung !!!)

(Basis: Energetische Bewertung heiz- u. raumlufttechnischer Anlagen DIN 4701-10; Fachinstitut Gebäude-Klima e.V., Bietigheim-Bissingen, Europäisches Testzentrum für Wohnungslüftungsgeräte TZWL, Ordnungsgemäßer Gebrauch der Geräte durch den Nutzer unterstellt !)

1. Empfohlene Wohnräume für  M-WRG Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (Wohn- und Esszimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Hobbyräume u.a.)

1.1 Lüftungsbeitrag zur Jahresheizarbeit in kWh/m²a

Bei Wohnungslüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung wird ein Teil der Abluft, die bei freier bzw. Fensterlüftung verloren geht, mittels Wärmetauscher wieder zur Erwärmung der Zuluft verwendet. Diese zurückgewonnene Wärme dient der Beheizung und reduziert damit den Heizenergiebedarf des Gebäudes. Der flächenbezogene Lüftungs-wärmegewinn ist maßgebend:

qL,g,WE,WRG = 0,34 x hR x FGt x hWRG x nA x fG

qL,g,WE,WRG = 0,34 x 2,5 m x 69,6 kKh/a x 0,75 x 0,4 1/h x 0,92 = 16,33 kWh/m²a

Vorbehaltlich der TÜV-Messung!

Nach DIN V 4701-10 ist in den derzeit gültigen Prüfkriterien der Wärmebereitstellungsgrad ohne Berücksichtigung der Wärmeverluste des Gehäuses, Frostbetrieb und Volumenstrom-Balance ermittelt. Danach ist hWRG nach DIN 4701-10 Gleichung 5.2.3-2 zu korrigieren:

hWRG = 0,91 x hWRG, unkorrigiert

16,33 kWh/m²a x 0,91 = 14,86 kWh/m²a (bei nA= 0,4 1/h, raumbezogen)

         =========================================================

 

qL,g,WE,WRG:   flächenbezogener Lüftungswärmegewinn durch Wärmetauscher (kWh/m²a)

hR:                 Raumhöhe= 2,5 m (konstant)

FGt:                Gradtagszahl (kKh/a)

hWRG:            Wärmebereitstellungsgrad des Lüftungsgerätes

nA:                 Anlagen-Luftwechsel, bezogen auf die be- u. entlüftete Nutzfläche (1/h)

fG:                  Korrekturfaktor der Lüftungswärmegewinne

 

1.1.1. Einsetzen des errechneten Wertes in Teil Wärme nach DIN 4701-10

DIN 4701-10 Formblatt zur Bestimmung der Primärenergie der Lüftungsanlage S. 86

(siehe nachfolgend Tabelle Lüftung, Teil Wärme)

 

Keine Berücksichtigung von Wärmeverlusten bei Berechnung für M-WRG erforderlich !

Übergabe der Wärme an den Raum  qL,ce, Flächenbezogener Wärmeverlust qL,ceWE = 0 bei Wohnungslüftungsanlagen mit Lufttemperaturen < 20° C, z.B. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

(durch Wärmetauscher) ohne Nachheizung.

 
Verteilung der Wärme  qL,d,  Flächenbezogener Wärmeverlust qL,d, WE

Dezentrale Lüftungsgeräte weisen keinen Wärmeverlust bei der Verteilung der warmen Zuluft auf

(qL,d, qL,d, WE = 0).

Heizregister nicht vorhanden, Luftwechselkorrektur qh,n = 0 (nA= 0,4 1/h, raumbezogen).

Erzeuger-Aufwandszahl eL,g,WRG

Die Aufwandszahl für die Wärmeerzeugung durch Wärmerückgewinnung mittels eines Wärmetauschers beträgt Null, da die Energie zur Erwärmung der Zuluft aus der Abluft gewonnen wird (der Aufwand für den Transport durch den Wärmetauscher wird dem Hilfsenergieaufwand zugeordnet (nachfolgend).

Lüftungsbeitrag zur Jahresheizarbeit (im Rahmen Berechnung Jahresheizwärmebedarf  QH) = 14,86 kWh/m²a

1.2. Hilfsenergie, Flächenbezogener Hilfsenergiebedarf in kWh/m²a

Der elektrische Hilfsenergiebedarf einer Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung durch einen Wärmetauscher (Berücksichtigung nur während der Heizperiode) wird bestimmt vom Lufttransport durch das Lüftungsnetz...(bei M-WRG nicht erforderlich)  sofern die Ventilatoren feste Bestandteile des Lüftungsgerätes sind - , dem Hilfsenergiebedarf für die Regelung und von einer eventuell vorhandenen elektrischen Luftvorwärmung zum Schutz des Wärmetauschers vor Einfrieren (bei M-WRG nicht erforderlich).

 

qL,g,HE,WRG = qVent + qREG + qVorw.

 

Der flächenbezogene Hilfsenergiebedarf der Ventilatoren zum Betrieb von Wohnungslüftungsanlagen während der Heizperiode berechnet sich nach der folgenden Gleichung. Die flächenbezogene Leistungsaufnahme der Ventilatoren kann aus Herstellerangaben ermittelt werden.

qVent = 0,001 x (1 + fEWT) x Pel,Vent x hR x nA x tHP x z x fz

          = 0,001 x (1 + 0) x 0,27 W/(m³/h) * x 2,50 m x 0,4 1/h x 185 d/a x 24 h/d x 1

          = 1,27 kWh/m²a (bei nA= 0,4 1/h, raumbezogen)

          ======================================

* Basis: 15 m³/h = 4 W Leistungsaufnahme, Hilfsenergiebedarf Regelung bereits inbegriffen (genaue Messungen erfolgen durch TÜV !)

qVent = flächenbezogener Hilfsenergiebedarf der Zu- und Abluftventilatoren in kWh/m²a

fEWT = Zuschlag für Erdwärmetauscher (EWT)

Pel,Vent = bezogene Leistungsaufnahme der Ventilatoren in W/(m³/h) nach Hersteller

hR = Raumhöhe = 2,5 m (konstanter Wert)

nA = Anlagenluftwechsel in 1/h

tHP = Dauer der Heizperiode in d/a

z = Betriebsdauer der Lüftungsanlage in h/d

fz = Korrekturfaktor bei intermittierenden Frostschutzbetrieb nach Hersteller bzw. fz = 1

1.2.1 Einsetzen des errechneten Wertes in Teil Hilfsenergie nach DIN 4701-10

DIN 4701-10 Formblatt zur Bestimmung der Primärenergie der Lüftungsanlage S. 86

(siehe nachfolgend Tabelle Lüftung, Teil Hilfsenergie)

Im außenliegenden Bad (mit Fenster) ist ein Einsatz im Schutzbereich III nach DIN VDE 0100 grundsätzlich möglich. Die DIN 1946-6 schränkt dies insofern ein, dass eine Be- und Entlüftungsanlage so auszulegen ist, dass bei geschlossenen Fenstern und Türen Luft nicht aus Räumen mit hoher Luftbelastung (z.B. Küche, Bad, WC-Raum) in Räume mit geringer Luftbelastung (z.B. Wohn- und Schlafraum) überströmt. Zuluft sollte deshalb den Räumen mit geringer Luftbelastung zugeführt werden.

Da bei M-WRG Zuluft und Abluft gleichzeitig ein- bzw. ausgebracht werden und mit einem geringfügig höheren Abluftanteil  gefahren werden kann, steht einem Einsatz nichts im Wege.

2. Räume für natürliche Belüftung (Dielen, Nebenräume, Abstellräume)

Berechnung mit Luftwechselrate:

- Ohne Nachweis der Luftdichtheit: 0,7 1/h

- Mit Nachweis der Luftdichtheit bei freier Lüftung/ Fensterlüftung: 0,6 1/h

3. Innenliegende, fensterlose Feuchträume (Küchen/ Bäder/ WC`s)

Die Berechnung dieser Räume erfolgt auf der Grundlage
DIN V 4701-10 bzw. DIN 18017-3.

Jahres-Heizarbeit qL,g,HE,WRG

Abluftanlagen können aufgrund des nicht vorhandenen Wärmetauschers keine Wärme zurückgewinnen. Damit ist qL,g,HE,WRG = 0.  ...

Eine Verringerung des Lüftungswärmeverlustes ergibt sich bei der Berechnung des Jahresheizwärmebedarfes des Gebäudes (i.d.R. nach DIN 4108-6) durch einen kleineren Luftwechsel durch Infiltration und Fensterlüften (nx = 0,15 1/h bei Abluftanlagen anstelle von nx = 0,2 1/h bei Zu- und Abluftanlagen). In der DIN V 4701-10 wird deshalb dieser Effekt nicht berücksichtigt.

Erzeuger-Aufwandszahl eL,g,WRG

Die Erzeuger-Aufwandszahl ist nicht definiert, da keine Wärme erzeugt wird. ...

 

Hilfsenergiebedarf qL,g,HE,WRG

Eine Anpassung der Herstellerkenndaten an die EnEV ist lt. TÜV Südbayern vorgesehen, derzeit aber noch nicht realisiert. So muss auf Tabellenwerte der DIN V 4701-10 zurückgegriffen werden:

 

Größe

Formelzeichen

Einheit

Wert

                                                                Stromversorgung des Lüfters mit:

AC

volumenbezogene Ventilatorleistung bei Abluftanlagen

 

Pel,Vent

 

 W/(m³/h)

 

0,30

 

Planmäßige Mindestvolumenströme für fensterlose Räume

Raum

Planmäßiger Abluftvolumenstrom in m³/h

 

Bei Betriebsdauer ³12h/d

bei beliebiger Betriebsdauer

Küche 

ständige Lüftung

(Grundlüftung)

 

40

 

 

60

Küche 

Intensivlüftung

 

200

 

200

Kochnische

40

  60 *

Bad-Raum (auch mit WC)

40

  60 *

WC-Raum

20

  30 *

 

* Wenn der Volumenstrom auf 0 m³/h reduziert werden kann, muss sichergestellt werden, dass nach jedem Ausschalten weitere 5 m³ Luft über die Anlage (Lüftungsgerät oder Abluftventil) aus dem zu lüftenden Raum abgeführt werden.

Dies bedeutet, dass z.B. bei Einzelentlüftungsanlagen das Abluftgerät nach jedem Betätigen des Ausschalters solange nachläuft, bis weitere 5 m³ Luft abgeführt sind (realisiert durch das elektronische Nachlaufrelais).

Der planmäßige Abluftvolumenstrom darf ohne besondere Zulufteinrichtung keinem größeren Luftwechsel als einen 0,8-fachen, bezogen auf die gesamte Wohnung, entsprechen.

Jeder zu entlüftende innenliegende Raum muss eine unverschließbare Nachströmöffnung von 150 cm² freien Querschnitts haben.

Für die Küche empfehlen wir eine Umlufthaube oder eine Ablufthaube mit doppeltem Mauerkasten für druckneutrale Betriebsweise. Hier können zudem unterstützend Abluftgeräte der Fa. Meltem Lüftungsgeräte Serie Vario eingesetzt werden (Bauaufsichtliche Zulassungen: Z.51.1-70, Z.51.1-71, Z.51.1-72, Z.51.1-73).

Für fensterlose Bäder und WC`s empfehlen wir Abluftventilatoren der Fa. Meltem Lüftungsgeräte Serie Vario lichtschalter- oder feuchtegesteuert zu verwenden.

4. Hinweise für die Anordnung/ Technische Dimensionierung von M-WRG

Platzierung des Gerätes/ der Geräte im einzelnen Raum

M-WRG muß an einer Außenwand montiert werden. Wir empfehlen die Geräte an einer Fensterwand und möglichst hoch im Raum anzuordnen. Die verbrauchte, warme Luft sammelt sich bekanntlich im oberen Bereich und kann so effektiv abgeführt werden. Das Gerät sollte, unter Berücksichtigung der Statik, ca. 300 mm unterhalb der Decke angebracht werden.

Platzierung mehrerer Geräte in der Wohnung bzw. im Haus

Der Einsatz der Wohnraumlüftungsgeräte M-WRG ist raumbezogen zu betrachten.

Wir empfehlen Wohn- und Esszimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Büro- bzw. Hobbyraum entsprechend auszurüsten.

Jedes Gerät stellt eine voll funktionsfähige Unit dar, die eine effiziente Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung für jeden Wohnraum gewährleistet. Dem entsprechend ist grundsätzlich ein M-WRG pro Raum, wenn dies von der technischen Dimensionierung gestützt wird, ausreichend. Überschlägig können Sie mit einem Gerät pro 20 bis 30 m² rechnen (Nutzungsart entscheidend u.a. Wohnzimmer oder Schlafzimmer in Bezug auf den Schalldruckpegel Gerät).

Allgemeine Hinweise für die Planung

Damit die Wirksamkeit von Zu- und Abluftvolumenstrom des M-WRG-Lüftungsgerätes jederzeit ordnungsgemäß und in vollem Umfang gewährleistet ist, sind ein  Verhängen der Geräte durch Gardinen, Vorhänge, etc. oder Verdecken bzw. Verstellen durch Gegenstände (u.a. Schränke) zu vermeiden. Es ist auch nicht empfehlenswert, aus optischen Aspekten Geräte in geschlossene Gegenstände (u.a. Schränke) einzubauen. Sie verlieren unter Umständen die volle Funktionsfähigkeit des Systems.

Sicherheitshalber sollten die M-WRG-Geräte in Schlafzimmern nicht unmittelbar über Kopfenden von Betten oder in Wohnräumen in geringer Entfernung über Sitzgruppen angeordnet werden, um im Einzelfall Zugerscheinungen von vorn herein auszuschließen.

Bei Berücksichtigung der vorgenannten Hinweise sollte dem angenehmen Empfinden, jederzeit gut temperierter Frischluft in den Wohnräumen und einer effizienten Arbeitsweise der Geräte nichts im Wege stehen.

Beispiel Dimensionierung Anzahl Geräte nach EnEV

Haustyp:

EFH mit Einliegerwohnung

Dichtheitsmessung (Blower Door) erfolgt

Anrechenbare Nutzfläche AN = 155,60 m²

Hauptwohnung Erdgeschoß EG: 91,03 m²

Einliegerwohnung Dachgeschoß DG: 64,74 m²

Keller unbeheizt

Normanlagenluftwechsel nA = 0,4 1/h

Raumhöhe h = 2,5 m² (lt. DIN 4701-10)

 

Berechnungsgang

Dezentrale Wohnraumlüftungsgeräte sind pro Raum zu betrachten. Da laut unserer Empfehlung nur die Wohnräume und nicht jeder Nebenraum belüftet werden muß erfolgt je nach Bauvorhaben eine Aufteilung in

 

-          zwei Zonen (Zone1: M-WRG-Wohnraumlüftung, Zone 2: Natürliche Lüftung) bzw.

-          drei Zonen (Zone1: M-WRG-Wohnraumlüftung, Zone 2: Natürliche Lüftung,

                         ggf. Zone 3: Innenliegende, fensterlose Feuchträume).

Als Faustregel gilt für die technische Dimensionierung von Räumen mit Wohnungslüftung, insbesondere für die Heizperiode: Anzahl Quadratmeter Wohnfläche = Anzahl Kubikmeter zu belüftendes Raumvolumen. Die Luft-wechselrate sollte 0,4 1/h nicht wesentlich überschreiten, da die Luft ansonsten in den Räumen zu trocken wird und zu Hautreizungen bzw. Austrocknung der Schleimhäute führen kann. In den Sommermonaten muss, aufgrund erhöhter Luftfeuchtigkeit, mehr gelüftet werden. Die Luftwechselrate muss entsprechend erhöht werden können (u.a. höhere Leistungsstufe des Gerätes oder zusätzliche Fensterlüftung). Dies entspricht insgesamt gesehen auch den Lüftungsgewohnheiten der Nutzer.

Zone 1: Räume mit M-WRG-Wohnraumlüftung

Die Berechnung erfolgt mit dem Normanlagenluftwechsel nA = 0,4 1/h nach DIN V 4701-10. Luftwechsel durch Infiltration (u.a. Türen öffnen/schließen, Haustür öffnen/schließen) in Höhe von 0,2 1/h liegen zusätzlich, unabhängig von der Wohnraumlüftung, vor. Insofern wird ein 0,6-facher Luftwechsel sichergestellt.

1. Ermittlung des zu belüftenden Raumvolumens mit M-WRG: 

Hauptwohnung EG:        

Wohnen/Essen: 26,91 m²                                      

Schlafen: 16,09 m²                                               

Kind 1: 10,64 m²

Kind 2: 10,47 m²

AM-WRG  64,11 m²

VM-WRG = AM-WRG x h = 64,11 m² x 2,5 m = 160,28 m³

2. Raumvolumen mit M-WRG VM-WRG x Luftwechselrate nA = Zu erbringendes Luftvolumen/h durch die raumlufttechnische Anlage:

160,28 m³ x 0,4 1/h = 64,11 m³/h

3. Dimensionierung Anzahl Geräte

Empfohlenes Luftvolumen für Dauerbetrieb pro Gerät M-WRG: u.a. 15 m³/h

Zu erbringendes Luftvolumen... ./. Empfohlenes Luftvolumen = Anzahl Geräte

64,11 m³/h ./. 15 m³/h = 4,27 = 4 Geräte

===============================

Alle Räume werden mit einem M-WRG ausgerüstet.

Einliegerwohnung DG:

Wohnen/Essen: 21,33 m²                                      

Schlafen:           13,12 m²

Gast:                   5,46 m²

AM-WRG             39,91 m²

VM-WRG = AM-WRG x h = 39,91 m² x 2,5 m = 99,78 m³

2. Raumvolumen mit M-WRG VM-WRG x Luftwechselrate nA = Zu erbringendes Luftvolumen/h durch die raumlufttechnische Anlage:

99,78 m³ x 0,4 1/h = 39,91 m³/h

3. Dimensionierung Anzahl Geräte

Empfohlenes Luftvolumen für Dauerbetrieb pro Gerät M-WRG: u.a. 15 m³/h

Zu erbringendes Luftvolumen... ./. Empfohlenes Luftvolumen = Anzahl Geräte

39,91 m³/h ./. 15 m³/h = 2,66 = 3 Geräte

===============================

Alle Räume werden mit einem M-WRG ausgerüstet.

Zone 2: Natürliche Lüftung

EG:

Bad: 7,15 m²

Flur: 8,63 m²

Windfang: 4,64

Küche: * 11,15 m²

Vnatürl : 31,57 m² x 2,5 m = 78,93 m³

* Die Küche wird für die Bedarfslüftung mit einer Dunstabzugshaube entlüftet.

Einliegerwohnung DG:

Bad: 5,22 m²

Flur: 6,89 m²

Küche: * 10,09 m²

Vnatürl : 22,20 m² x 2,5 m = 55,50 m³

* Die Küche wird für die Bedarfslüftung mit einer Dunstabzugshaube entlüftet.

Prozentualer Anteil Räume mit M-WRG-Wohnraumlüftung/ Natürliche Lüftung

Hauptwohnung EG:

V = VM-WRG + Vnatürl = 160,28 m³ + 78,93 m³ = 239,21 m³

VM-WRG ./. V = 160,28 m³ ./. 239,21 m³ = 0,67

Vnatürl ./. V = 78,93 m³ ./. 239,21 m³ = 0,33

67 % der Hauptwohnung werden mit M-WRG-Wohnraumlüftung und 33 % natürlich be- und entlüftet.

Einliegerwohnung DG:

V = VM-WRG + Vnatürl = 99,78 m³ + 55,50 m³ = 155,28 m³

VM-WRG ./. V = 99,78 m³ ./. 155,28 m³ = 0,64

Vnatürl ./. V =  55,50m³ ./. 155,28 m³ = 0,36

64 % der Einliegerwohnung werden mit M-WRG-Wohnraumlüftung und 36 % natürlich be- und entlüftet.

Grobdimensionierung von Einzelräumen

Beispiel:

AN = 20 m²

Raumhöhe h = 2,5 m

V= AN x h = 50 m³

V x n = 50 m³ x 0,4 1/h = 20 m³/h

Da Empfohlenes Luftvolumen Dauerbetrieb M-WRG: u.a. 20 m³/h = 1 Gerät

Wärme-Stromverhältnis bzw. Anlagenaufwandszahl der M-WRG-Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (flächenbezogen)

Bsp.:

EFH mit Einliegerwohnung

Dichtheitsmessung (Blower Door) erfolgt

Anrechenbare Nutzfläche AN = 155,60 m²

Hauptwohnung EG mit AM-WRG: 64,11 m² (mit M-WRG-Wohnraumlüftung ausgerüstet)

Einliegerwohnung DG mit AM-WRG: 39,91 m² (mit M-WRG-Wohnraumlüftung ausgerüstet)

Normanlagenluftwechsel nA = 0,4 1/h

Lüftungsbeitrag zur Jahresheizarbeit qL,g,WE,WRG (M-WRG) = 16,33 kWh/m²a

Erforderliche Hilfsenergie qvent (M-WRG) = 1,2 kWh/m²a

Rechengang:

AM-WRG (Hauptwohnung EG): 64,11 m² + AM-WRG (Einliegerwohnung DG): 39,91 m² = 104,02 = 104 m²

qL,g,WE,WRG x AM-WRG = 16,33 kWh/m²a x 104 m² = 1.698,32 kWh/a

qvent x AN = 1,2 kWh/m²a x 104 m² = 124,8 kWh/a

Wärme-Stromverhältnis = 1.698,32 kWh/a ./. 124,8 kWh/a = 13,61 = 14

Mit einem Anteil Hilfsenergie (elektr. Strom) werden 14 Anteile Lüftungswärmegewinn (Beitrag zur Heizarbeit) realisiert.

Anlagenaufwandszahl = 1 ./. 14 = 0,07


CO2-Einsparung

Wärmeerzeugung mit Heizöl/ Erdgas: 0,29/ 0,19 kg CO2/kWh * 

Lüftungsbeitrag zur Jahresheizarbeit qL,g,WE,WRG (M-WRG) = 16,33 kWh/m²a

Bsp.: 1 M-WRG-Gerät pro 20 m², Energieträger Heizöl

AM-WRG = 20 m²

AM-WRG x qL,g,WE,WRG = 20 m² x 16,33 kWh/m²a = 327 kWh/a

327 kWh/a x 0,29 kg CO2/kWh = 94,83 kg CO2/a = 0,09 t CO2/a